Grüne präsentierten Öffi-Studie für die Region Südheide amrita.enzinger@gruene.at Grüne präsentierten Öffi-Studie für die Region Südheide Laut Prognose der Statistik Austria wird die Bevölkerung Niederösterreichs bis 2075 um etwa 400.000 auf über 2 Millionen Einwohner zunehmen, ein Großteil entfällt dabei auf das Umland von Wien. Die Wiener Umland - Studie "Kleinräumige Bevölkerungsprognose für Wien 2005 bis 2035" besagt, dass die Bevölkerung im Umland Süd allein bis 2035 um 68.000 Personen wächst. Eine Mobilitäts-Politik á la „Schau ma mal“ wird dieser Herausforderung nicht gerecht werden. Dem Motto „Straße statt Schiene“ kann die ÖVP in der Region Südheide auch kaum mehr gerecht werden. „Die Möglichkeiten die Infrastruktur für den motorisierten Individualverkehr noch weiter auszubauen, sind vor allem im verbauten Gebiet weitgehend ausgeschöpft. Im Gegenzug dazu wird das Mobilitätsangebot für Menschen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, seit Jahren beständig reduziert“, weiß Christian Apl, Sprecher der Grünen Perchtoldsdorf und Obmann des Nachhaltigkeitsausschuss der Marktgemeinde Perchtoldsdorf. Der öffentliche Verkehr in der Region Südheide braucht also dringend frische Impulse. „Während SPÖ und FPÖ – die Regierungsmitglieder stellen! - in Sachen öffentlicher Verkehr lediglich Verbesserungen für die Bevölkerung verlangen, aber keine konkreten Konzepte oder realisierbare Vorschläge auf den Tisch legen, bieten die Grünen fixfertige Maßnahmenpakete, die von den in der Regierung vertretenen Parteien lediglich beschlossen werden müssten“, hält die grüne Verkehrssprecherin im NÖ Landtag, Amrita Enzinger fest. Die Grünen präsentierten eine neue Öffi-Studie im Rahmen einer Pressekonferenz in Perchtoldsdorf. Im Falle der Region Südheide haben die Grünen Niederösterreich den Verkehrsplaner DI Herbert Seelmann mit einer Studie beauftragt. Seelmann sollte für die Grünen in den Bezirken Mödling, Baden, Wien-Umgebung/Schwechat eine Bestandsaufnahme des Angebots an öffentlichen Verkehrsmitteln durchführen und daraus ein Öffi-Konzept für die Zukunft der Region ableiten. Gesagt, getan. Randlage als Chance - eine starke Stadt braucht ein starkes Umland „Das Problem des hohen Motorisierungsgrades in dieser Region wird auch weiterhin durch eine fehlende vorausschauende Raumplanung und eine verfehlte Flächenwidmungspolitik, wo permanent in Randlagen entsprechend gewidmet wird, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob diese über eine entsprechende – ökologisch vertretbare – Verkehrsinfrastruktur verfügen, angeheizt. Die Folge davon ist eine entsprechende Dynamik im Flächenverbrauch“, erklärt der Experte Seelmann. Wiens Grün-Abgeordneter Rüdiger Maresch wiederholte eindringlich eine Forderung der Grünen Wien und NÖ: Die Ausdehnung der VOR-Zone 100. Die Umlandgemeinden von Wien leiden außerdem an der Landesgrenze, besonders auffällig wird das bei der Zoneneinteilung im VOR. „Die Zone 100 gehört unbedingt auf die umliegenden Bezirke ausgeweitet“, lautet die Forderung der Grünen aus dem Wiener Umland seit Jahren und wurde vom Grün-Landtagsabgeordneten Rüdiger Maresch anlässlich der Präsentation der Studie wiederholt. „Eine Ausdehnung der Kernzone im VOR in die erste Außenzone bringt ökologische und ökonomische Vorteile für die PendlerInnen. Die Stadtgrenze wird außerdem nicht länger eine Barriere zwischen Stadt und Umland-Region sein“, so Maresch. Neben der verbesserungswürdigen Zoneneinteilung stellt die radiale Ausrichtung des Öffentlichen Verkehrs ein Problem dar - das verstärkt den Trend zum Ein- und Auspendeln. „Es braucht dringend tangentiale Verbindungen, damit die Menschen auch die Arbeitsplätze in ihrem näheren Lebensumfeld öffentlich erreichen können ohne über Wien fahren zu müssen. Es geht dabei schlussendlich auch um eine Neuausrichtung der Raumordnung, die möglichst kurze Wege bevorzugt berücksichtigt“, erklärt DI Herbert Seelmann. „Die gemeinsame Planung im öffentlichen Verkehr muss mehr Gewicht erhalten. Ein Gegeneinanderarbeiten von Stadt und Region ist für die BürgerInnen nicht förderlich. Die Regionalplanungen müssen ernst genommen werden - den Betonierern an beiden Seiten der Stadtgrenze dürfen wir das Feld nicht überlassen“, sind sich Enzinger für Niederösterreich und Maresch für Wien sicher. Fazit: Die Studie soll nicht nur ein Denkanstoß, sondern eine Absichtserklärung für den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs in der Region sein – „unterschrieben von den NÖ Landesregierungsmitgliedern und den Bürgermeistern der Region“, verlangt die niederösterreichische Abgeordnete Enzinger. Das vorliegende Konzept ist realisier- und finanzierbar, aber es braucht das Ja der Regierung, um in Angriff genommen zu werden – „dieses Ja zur Umsetzung fordere ich im Landtag ein. Wir können nicht warten bis 2035 das Chaos ausbricht und dann erst reagieren. Wir brauchen jetzt eine Verkehrspolitik mit Weitblick und das heißt auch mit Bedachtnahme auf umweltschonende Mobilitätsmaßnahmen“, so Enzinger.