Bahn-Grundsatzvereinbarung zwischen Land NÖ, Bund und ÖBB ist reine Farce madeleine.petrovic@gruene.at Bahn-Grundsatzvereinbarung zwischen Land NÖ, Bund und ÖBB ist reine Farce Der vor einem Monat fixierte Verkauf von 600 Kilometern ÖBB-Nebenbahn und Schmalspurstrecken an Niederösterreich bedeutet - im Gegensatz zu Beteuerungen durch Landeshauptmann Pröll und VP-Verkehrslandesrat Heuras - keineswegs eine Sicherstellung oder gar Verbesserung des Schienennah- und Regionalverkehrsangebots in Niederösterreich. Das beweist die Grundsatzvereinbarung, die zwischen Bund, Land NÖ und ÖBB getroffen und groß bejubelt wurde. Mit Inseraten und Pressekonferenzen sorgt die ÖVP nämlich seither dafür, dass die Bevölkerung glaubt, dass künftig die ÖVP dafür sorgen wird, dass der öffentliche Verkehr die Beachtung und Investitionen erfährt, die ihm gebühren – im Sinne der PendlerInnen, der Nachhaltigkeit, der Ökologie, des Tourismus. "Polit-Show" sagen die Grünen. "Dem Öffentlichen Verkehr wird nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt, als unbedingt nötig. Die Inszenierung der Bahnübernahme durch das Land NÖ ist nicht viel mehr als eine PR-Show des Landeshauptmanns zeitgerecht während des Gemeinderatswahlkampfs", hält die Klubobfrau der Grünen Niederösterreich, Madeleine Petrovic, entschieden fest. In der Grundsatzvereinbarung bleiben viele "Hintertürln" offen. Von "Nachhaltiger Finanzierung des Nahverkehrs" kann keine Rede sein, dafür reichen die Summen in der Vereinbarung niemals . Man preist an, dass mehr Zugkilometer bei den ÖBB bestellt werden. Das bedeutet aber nicht etwa ein Mehrangebot für PendlerInnen -vielmehr werden jetzt Zugkilometer bezahlt, die die ÖBB vorher gratis befahren haben/mussten. Kurzum: Weder Regionalbahnen wie die Ybbstalbahn oder Teile der Mariazellerbahn werden gerettet, noch passiert eine Verbesserung im Pendlerverkehr. Darüber hinaus ist völlig unklar, wie das Land Niederösterreich das Geld für den Ankauf der Strecken bewerkstelligen wird. "Im Budget ist dafür nichts vorgesehen", wissen die Grünen. Weiteres Detail aus dem Grundsatzpapier: Das Land kauft im Voraus (!) Bahnstrecken, deren Zustand VP-Landesrat Heuras medial selbst als marod bezeichnete. Bezahlt wird dafür 2010, aber erst 2011 erhält das Land Gleise und Bahngründe, deren Beschaffenheit unklar ist. Welche Sanierungsmaßnahmen, Adaptierungen, etc. ab 2011 im Bahnverkehr durchgeführt werden und woher das Geld dafür kommen soll (der Bund zahlt bis 2023 maximal 45 Millionen Euro!), ist unklar. Der Forderung der Grünen, ein Sanierungs- und Finanzierungskonzept für den Schienennah- und Regionalbahnverkehr auf den Tisch zu legen oder dem Landtag zumindest Auskunft über die prioritären Maßnahmen zu erteilen, ignoriert die VP beharrlich. Artikel zum Thema: http://derstandard.at/1263707114529/Frostige-Zeit-fuer-Nahverkehr-in-NOe http://www.heute.at/news/oesterreich/noe/Brisant-Zuegeplan-im-Detail;art932,219453