Kindergartenjahr: Grüne warnen vor Platznot und Qualitätsverlust Zur Biographie eva.glawischnig@g... In mein Facebook übernehmen 06.05.2009 12:51 Kindergartenjahr: Grüne warnen vor Platznot und Qualitätsverlust Das ab kommendem Herbst angebotene und ab 2010 verpflichtende Gratiskindergartenjahr für Fünfjährige wird zu einem Kampf um Betreuungsplätze, einer Verringerung der Qualität und weiterer Verschlechterung der Raumsituation führen, befürchtet die Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig. Schon jetzt sei man in Österreich "sehr weit entfernt von der Idealsituation". Da künftig Fünfjährige bevorzugt aufgenommen werden sollen, werde es nun zusätzlich zu einem "Verdrängungswettbewerb" mit jüngeren Kindern kommen, warnte Glawischnig am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Die derzeitige Regelung nannte die Grünen-Chefin eine "Mogelpackung": Über alle Altersgruppen würden 80.000 bis 100.000 Kinderbetreuungsplätze fehlen. Sollte die Regierung den Ausbau im derzeitigen Tempo von einem Prozent jährlich weiterführen, sei die flächendeckende Einführung der Kindergartenpflicht - die Grünen fordern diese für alle Drei- bis Fünfjährigen - erst 2025 möglich. 40 % mehr Gehalt für KindergartenpädagogInnen Glawischnig forderte eine tertiäre Ausbildung für KindergartenpädagogInnen; es sei viel zu früh, sich mit 14 Jahren für diesen Beruf zu entscheiden. Auch die Entlohnung müsse an jene von AHS-LehrerInnen angepasst werden, was eine 40-prozentige Gehaltserhöhung bedeuten würde. Die derzeitige Bezahlung ist für Glawischnig "ungerecht und frauenfeindlich", in Vorarlberg seien Kindergartenpädagoginnen sogar zum Putzen verpflichtet. Daniela Musiol, Familiensprecherin der Grünen, hat in einem Antrag im Parlament die Schaffung eines einheitlichen Bundesrahmengesetzes gefordert, in dem Kriterien wie Öffnungszeiten, Standards für Ausstattung, Gruppengröße oder Bezahlung der Pädagoginnen festgelegt sind. Dadurch soll die Qualität der Kindergärten nicht mehr vom jeweiligen Bundesland abhängig sein. Scharfe Kritik übte Musiol am "Wahlzuckerl" von Bürgermeister Michael Häupl (S), der ab diesem Herbst in Wien die Kinderbetreuung für alle Kinder unter sechs gratis anbieten will. Für dieses Angebot würden aber allein für Drei-bis Sechsjährige 4.500 weitere Plätze und zusätzliche 350 Pädagoginnen gebraucht. Zudem sei das Fördersystem, bei dem nicht mehr pro Gruppe sondern pro Kind bezahlt wird, "völlig intransparent". Private und gemeinnützige Kindergärten, wo 50 Prozent der Wiener Kinder betreut werden, würden sich um ihr finanzielles Überleben sorgen.