Sanierungspaket: Nachhaltige Kassensanierung ist davon nicht zu erwarten kurt.gruenewald@g... Sanierungspaket: Nachhaltige Kassensanierung ist davon nicht zu erwarten "Die Einigung von Hauptverband und Ärztekammer ist ein positives atmosphärisches Signal und wird in Teilbereichen gewisse Verbesserungen bringen. Eine nachhaltige Kassensanierung ist davon aber nicht zu erwarten", warnt Kurt Grünewald, Gesundheitssprecher der Grünen, vor überzogenen Hoffungen und verfrühter Euphorie. "Patientenfreundliche Öffungszeiten sind gut, aber was dadurch billiger werden sollte, wird niemand erklären können. Nichts ist auch gegen Anreize einzuwenden, bei gleichwertigen Medikamenten das kostengünstigere zu wählen, es bedarf aber valider Studien, für die wiederum das Geld fehlt. Denn teure Medikamente sind dann vorzuziehen, wenn sie höhere Heilungsraten und weniger Nebenwirkungen aufweisen", fordert Grünewald. Sanierungspaket unzureichend "Noch entscheidender ist aber, dass die Einnahmensituation der Kassen sich durch die Wirtschaftsdepression deutlich verschlechtern wird, und die von Regierungsseite präsentierten Sanierungspakete recht spät und halbherzig kommen", so Grünwald weiter. Wissenschaftlicher Fortschritt und eine älter werdende Bevölkerungsstruktur werden diese Schere weiter öffnen. Dazu schweigt das Papier ebenso beharrlich wie durchschaubar. Zudem existieren schon derzeit klare und definierte Versorgungslücken im Bereich der Rehabilitation, der Kinderheilkunde, der Psychiatrie insbesondere eklatant im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie und auf dem Gebiet des Palliativ- und Hospizangebotes. Psychotherapie auf Krankenschein steckt immer noch in den Kinderschuhen und diskriminiert große PatientInnengruppen. Die Sozialpartner nehmen hin, dass bestehende Lücken fortgeschrieben werden. Über den kostenintensivsten Faktor, die Krankenhäuser, wird außer Gesprächen mit den Ländern überhaupt nichts in Aussicht gestellt. "Da mag einiges recht brav und lieb gedacht sein. Insgesamt sehe ich aber nur viele Absichtserkärungen", schließt Grünewald.