Tierversuchs-Richtlinie kein großer Gewinn für Tierschutz elichtenberger@eu... In mein Facebook übernehmen 06.05.2009 12:09 Tierversuchs-Richtlinie kein großer Gewinn für Tierschutz "Das Europäische Parlament hätte die Chance gehabt, einen Meilenstein für mehr Tierschutz zu setzen. Die Kommission hatte mit ihrem Vorschlag einen ersten Schritt getan, um die Transparenz bei Tierversuchen zu verbessern, die Zahl der Versuche zu reduzieren und Standards für die Unterbringung und Behandlung von Tieren während der Versuche zu setzen. Die Grünen hatten Änderungsanträge vorgelegt, die aus diesem Vorschlag eine echte Strategie zur stufenweisen Reduzierung von Tierversuchen und zur Verringerung von Tierleid gemacht hätten. Aber leider wurden die Vorschläge der Kommission erheblich abgeschwächt“, kritisiert Eva Lichtenberger, Europaabgeordnete der Grünen. Pharma-Lobby hat sich durchgesetzt „Die Pharma-Lobby hat sich mit ihrem Ansinnen, die Regeln für den Tierschutz bei Tierversuchen zu verwässern, um Zeit und Geld zu sparen, an einigen Punkten durchgesetzt“, so Lichtenberger. So beziehen sich die Regeln für die Genehmigung von Versuchen nun nur noch auf Versuche, die als 'schwer' oder 'mittel' bezüglich ihrer Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Tiere eingestuft werden. Als 'leicht' eingestufte Verfahren können also in eigenem Ermessen derjenigen, die finanziellen Nutzen daraus ziehen wollen, durchgeführt werden, erläutert Lichtenberger. Umdenken in der Forschung ist notwendig „Dabei wäre ein konsequentes Umlenken hin zur Entwicklung alternativer Verfahren, bei denen keine Tiere mehr leiden müssen, und die Nutzung von bereits gewonnenem Wissen durchaus innovativ und forschungsfördernd. Hier ist ein Umdenken dringend erforderlich. Ein Umdenken in der medizinischen Forschung ist auch im Hinblick auf die allgemeine Ausrichtung notwendig: Mehr Investitionen in präventive Ansätze sind vonnöten“ fordert Lichtenberger. „Immerhin gab es auch einige positive Punkte in der Abstimmung, so wurde die Forderung der Grünen nach mehr Transparenz durch Veröffentlichung von Informationen über Verstöße gegen diese Richtlinie, einzelstaatliche Gesetze und Genehmigungen mit einer Mehrheit angenommen. Ebenso fand unsere Forderung eine Mehrheit, regelmäßige Überprüfungen der Auswirkungen der Fortschritte in den Bereichen Technologie, Wissenschaft und Tierschutz durchzuführen mit dem Ziel, die Verfahren abzuschaffen, die den Tieren starke Leiden verursachen“, schließt Lichtenberger.