Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention geht nur zögerlich voran Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention geht nur zögerlich voran Unsere Behindertensprecherin Helene Jarmer kritisiert im Zusammenhang mit der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen die Ministerien. "Wie aus den Beantwortungen einer parlamentarischen Serienanfrage an die Ministerien hervorgeht, gibt es zwar einige positive Beispiele, insgesamt ist die Konvention aber noch nicht umgesetzt worden." Österreich ist seit 2008 zur Einhaltung der UN-Konvention verpflichtet, seither sei aber "nicht viel passiert", kritisiert Jarmer. Um den Stand der Umsetzung der Konvention in den Ministerien zu erfahren, hatte sie im Februar entsprechende Anfragen an alle Ministerien gestellt. Bei den Beantwortungen hat sich herausgestellt, dass durchaus Bemühen vorhanden ist und es "Schritte in die richtige Richtung" gibt, vor allem Einzelmaßnahmen im baulichen Bereich oder bei barrierefreien Internetauftritten. So ist etwa der Weg zum Amtsgebäude des Gesundheitsministeriums und des Infrastrukturministeriums von der nächstgelegenen Straßenbahnstation mit einem Leitsystem für blinde Menschen gesichert worden. Im Finanzministerium wird die Behinderteneinstellungspflicht übererfüllt und individuelle Ausbildungsvarianten angeboten, das Wissenschaftsministerium hat außerdem an der TU Wien ein Unterstützungsmodell für gehörlose Studierende installiert, hob Jarmer positiv hervor. Barrierefreiheit nur selten Oft ist aber nur ein Teil der Amtsgebäude barrierefrei zugänglich. Die Verantwortung wird zudem meist an das Sozialministerium abgeschoben, obwohl eigentlich alle Ministerien die Verantwortung tragen müssten. Gravierende Benachteiligungen gibt es vor allem im Bereich der Bildung, im Behindertengleichstellungsgesetz gibt es überdies keinen Beseitigungsanspruch von Barrieren. "So kriegt ein Rollstuhlfahrer zwar vielleicht Schadenersatz, wenn er mangels Rampe ein Geschäft nicht betreten kann, beim nächsten Mal scheitert er aber neuerlich an der fehlenden Rampe am Eintritt, weil die Barriere nicht beseitigt werden muss. Das ist absurd", so Jarmer. Einem Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention, der im Juni vom Sozialministerium präsentiert werden soll, sieht Jarmer etwas skeptisch entgegen. Sie wünscht sich für jedes Ressort einen umfangreichen verbindlichen Plan, wo alle Aktionen enthalten seien. Betroffene sollen schon bei der Erarbeitung des Aktionsplans ausreichend eingebunden werden, fordert Jarmer.