Atommüll-Endlager: Geplante EU-Richtlinie ohne Biss verwehrt Bürgerbeteiligung elisabeth.kerschbaum@gruene.at 14.07.2011 14:32 Atommüll-Endlager: Geplante EU-Richtlinie ohne Biss verwehrt Bürgerbeteiligung „Geht die geplante Endlager-Richtlinie der EU so durch, verzichtet Österreich auf die Mitsprache und Information z.B. bezüglich des grenznahen Atommüll-Endlagers in Tschechien“, ist die Anti-Atomsprecherin der NÖ Grünen, Bundesrätin Elisabeth Kerschbaum von den Grünen überzeugt. Grund für Kerschbaums Aussage: Der derzeitige Entwurf sieht keine grenzüberschreitenden UVP-Verfahren vor – ebensowenig wie den ernsthaften Nachweis einer geeigneten Dokumentation und Überwachung. „Ein Wischi-Waschi-Papier der Atomlobby, um weiterhin die Pseudo-Sicherheit der europäischen Atompolitik vorzugaukeln“, kritisiert Kerschbaum weiter. Und was tut die Bundesregierung angesichts dieser geplanten Richtlinie: Umweltminister und Bundeskanzler stellen sich tot. "Keine Stellungnahme, keine Pressemeldung, so, als wäre nichts geschehen. Dafür wurde kurz vor Beschlussfassung im EU-Rat heimlich still und leise noch „von Experten der Mitgliedsstaaten“ die Möglichkeit des Exports von Atommüll in nicht-EU-Staaten in die Richtlinie reinreklamiert. Nachdem Berlakovich und Co. sich ja über den eigenen Mist in Seibersdorf bzw. dem Forschungsreaktor-Abfall aus dem Prater keine Gedanken machen wollen, kommt ihnen das entgegen", weiß die Grüne Bundesrätin. Für den Kampf gegen Atomkraft in Europa ist das eine Katastrophe! Für Kerschbaum ist der Export von Atommüll „moderner Kolonialismus“. „Für die infragekommenden Importländer wird es mehr um mögliche Deviseneinnahmen gehen, als um nötige langfristige Sicherheit oder gar die Gewährleistung von Menschenrechten. Ganz zu schweigen davon, dass radioaktives Material sich ja z.T. auch prächtig für den kriegerischen Einsatz eignet. Eine Richtlinie, die, wie der Vorschlag, den Export erlaubt und auf Bürgerbeteiligung verzichtet, ist daher nicht nur eine umweltpolitische, sondern auch eine sozialpolitische Niederlage“, so Kerschbaum. „Berlakovich und Faymann behaupten zwar unisono, alles zu unternehmen, um ein grenznahes Endlager Tschechiens zu verhindern – die gesetzliche Grundlage zur Mitsprache bei den tschechischen Plänen ist ihnen aber nicht einmal eine Stellungnahme wert“, so Elisabeth Kerschbaum abschließend. Die Stellungnahme des EU-Parlaments zum Thema finden Sie hier.