10 Verkehrsthesen von Madeleine Petrovic madeleine.petrovic@gruene.at 10 Verkehrsthesen von Madeleine Petrovic Im Rahmen einer Pressekonferenz hat die grüne Klubobfrau Madeleine Petrovic auch 10 grüne Verkehrsthesen vorgestellt. Hintergrund: Die Grünen sind davon überzeugt, dass die Anreize und Vorteile von Öffentlichen Verkehrsmitteln stimmen müssen, damit Menschen das Auto stehen lassen. Die Fahrten zu Freizeitaktivitäten, Schulen, Arbeitsplätze müssen öffentlich möglich sein. Mobilität für SchülerInnen, jungen Müttern mit Kinderwägen, SeniorInnen, Einkommensschwachen, Behinderten muss garantiert werden. Öffentliche Verkehrsmittel bieten Chancen für Gastronomie und Tourismus aber auch den Gütertransport auf der Schiene - "wenn man es richtig macht und der politische Wille die Weichen dafür stellt", so Petrovic. Die Thesen: Das schon ausgedünnte (Schienen-) Netz darf nicht weiter verschlechtert werden. D.h. auch stillgelegte und abgewirtschaftete Strecken müssen als solche zunächst erhalten bleiben (Anm. Es ist der Verkehr sowohl auf Neben- als auch auf Hauptstrecken gefährdet, jedenfalls aber praktisch auf keiner einzigen Strecke Österreichs auf der Höhe der Zeit!); Der künftige Bedarf (Relationen, Frequenz, Anbindung) nach öffentlichen Verkehrsangeboten darf NICHT an der HEUTIGEN Auslastung bestimmter Relationen bemessen werden, sondern nach der Verteilung und Zusammensetzung der Wohnbevölkerung, nach Arbeits- und Wirtschaftsstrukturen, nach Bildungs- und Kulturangeboten usw. D.h. Fehlentscheidungen der letzten Jahre dürfen nicht einzementiert werden. Stattdessen sollen die Basisarbeiten der Raumordnung zur Grundlage eine Ideal-Planung herangezogen werden. Auf dieser Basis ist eine Prioritäten-Reihung vorzunehmen, wobei die Siedlungs-und Wirtschaftsstruktur als Basis fungiert und dann mit budgetären Daten, mit Zeithorizonten, mit rechtlichen Fragen etc. zusammengeführt werden soll. So kann eine REALISTISCHE Ausbauplanung erstellt werden. Stillgelegte und abgewirtschaftete Strecken, denen demnächst die Einstellung drohen könnte, sind sogleich alternativen Unternehmen/Anbietern von Verkehrsdienstleistungen zu offerieren und – sofern ein realistisches Konzept präsentiert werden kann – selbigen mit einer Verpflichtung zur Umsetzung des vorgelegten Konzepts zu übertragen. Schnittstellen zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln (Bus/Bahn, Bahn/Auto, Rad etc.) sind so zu planen, dass das Umsteigen einfach, leicht, ohne Barrieren und große Zeitverluste erfolgen kann. Die Knotenpunkte sind so attraktiv und nützlich wie möglich zu gestalten (Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungsangebote). Das Tarifsystem und die sonstigen Kosten des Verkehrs (zB. Park&Ride-Anlagen) sind so zu gestalten, dass der ländliche Raum nicht benachteiligt wird und dass die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel so gestaltet wird, dass es ökonomische Anreize gibt, das Auto zu meiden. Eine Abstimmung der Planungen zwischen ländlichen Räume und Ballungsräumen ist unerlässlich. So ist zB. die an und für sich nötige Parkraumbewirtschaftung in ganz Wien nur möglich und sinnvoll, wenn es entsprechende Alternativen für PendlerInnen aus dem Umland gibt. Struktur und Gliederung der ÖBB ist unter dem Aspekt der Serviceorientierung kritisch zu hinterfragen und behutsam, ohne neue Zertrümmerungen, wieder an die Kundenwünsche heranzuführen. Der betriebswirtschaftliche Erfolg und der volkswirtschaftliche Nutzen können nur gesteigert werden, wenn die Leistung stimmt. Werden lediglich Kostenpositionen reduziert, dann kann sich – so wie schon passiert – diese „Sparmaßnahme“ als teure Verschwendung herausstellen. Besonders ärgerliche Verschlechterungen (Fahrscheinautomaten-Diktat, Abschaffung der Grünen Bank, Hemmnisse für Fahrrad-/ Rollstuhltransport, Zonengrenzen, Retourfahrkarten) sind als Zeichen eines neuen Aufbruchs so bald wie möglich zu korrigieren. Durch aktive Kommunikation und Kooperation mit Fahrgast-Vereine, Interessengruppen des Öffentlichen Verkehrs und interessierten Fachleuten, Gemeinden, MandatarInnen soll in offenen und transparenten Dialogprozessen eine laufende Evaluierung und Verbesserung des Angebotes institutionell verankert werden.